Samstag, 23. Februar 2013

Rezension zu Renegade - Tiefenrausch



„Renegade – Tiefenrausch
ein Roman von S.A. Souders, welcher unglaublich romantisch ist,
aber stets eine kalte Brutalität an den Tag legt.“





Inhalt:


Evelyn Winters lebt als verwöhnte Tochter im Palast von Elysium, eine wunderschöne Unterwasserwelt wo Frieden herrscht. So scheint es auf den ersten Blick, doch ziemlich schnell und auf verwirrende Art und Weise merkt man, dass etwas mit Evelyn nicht stimmt.

Die ersten Kapitel beginnen immer gleich, ändern sich nur teilweise und jedes Mal denkt man: So war das aber nicht! Was mit Evelyn geschieht erfährt man dann schließlich von Gavin, der schnell erkennt, dass Evelyn oder Evie, wie er sie nennt, die Erinnerungen genommen und Lügen eingeschärft werden. Diesen ganzen Prozess, nennt man Konditionierung und ist in Elysium gang und gebe. Evie hätte nur niemals gedacht, dass auch sie, die Tochter Elysiums konditioniert werden könnte. Denn dies kann nur ihre Mutter zu verantworten haben, welche ja nur das Beste für ihre Tochter will.

Gavin lernt Evie ebenfalls in Elysium kennen und es wird schnell klar, dass er kein Einheimischer ist, sondern der Feind: ein Oberflächenbewohner. Gavin und Evie, fangen schließlich an sich zu vertrauen, wobei die ständigen Konditionierungen nicht behilflich sind. Doch Evie kann sich immer besser mit dem Verlust ihrer Erinnerungen arrangieren und entdeckt sogar bald, wie sie ihre richtige Vergangenheit zurückholen kann. Dabei stößt sie immer wieder auf längst vergessene Momente, welche ihr den Atem rauben und welche sie unmöglich glauben kann. Gavin steht ihr jedoch immer zur Seite und bald kann ihnen nur noch die Flucht das Leben retten. Doch ob sie ihnen auch gelingen wird?   



FAZIT – ACHTUNG – SPOILER – GEFAHR


Schon als ich das erste Mal den Klappentext zu “Renegad“ gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Lange hat es dann gedauert ehe ich wirklich dazugekommen bin. Doch jetzt ist es getan und ich bin froh dieses Buch endlich gelesen zu haben, da es wirklich ein Muss für jeden Dystopienfan ist.

Die Unterwasserwelt, besteht aus einer riesigen Glaskuppel, von der mehrere Gänge abgehen. Ich stelle mir die Welt wunderschön vor. Evie beschreibt immer wieder was man alles zu sehen bekommt, die Meerestiere, welche man ganz nah betrachten kann.  Jedoch, so schön der Anblick sicher auch sein würde, könnte ich mich dort unten überhaupt nicht wohl fühlen, was sicher auch mit meiner klaustrophobischen  Veranlagung zusammenhängt.

Die Charaktere haben mir alle ziemlich gut gefallen. „Mutter“ war mir total unsympathisch, so wie die Autorin, es auch sicher beabsichtigt hat. Ihre Einstellung und ihre Gedankengänge haben mich ziemlich an das Naziregime erinnert. Zum einen waren da ihre Vorstellungen zum perfekten Menschen, dieser muss blond und blauäugig sein. Hinzu kommt noch ihre kalte, erbarmungslose Brutalität, welche sie konsequent durchsetzt und Kolletaralschäden mit einem Achselzucken hinnimmt.




<<Unterschiede sind die Wurzel allen Übels.
 Dementsprechend müssen  alle Unterschiede
 ausgemerzt werden – koste es was es wolle.>>
Seite 145




Evie war für mich ebenfalls ein sehr überzeugender Charakter. Der Mensch der sie sein sollte und der sie war, ist immer wieder aufeinander geprallt und man konnte ihre Zerrissenheit spüren. Wenn dir eine innere Stimme immer wieder sagt, alles sei Lüge, wem glaubst du? Dass sie auf ihr Gefühl gehört hat und nicht auf ihren Kopf und dementsprechend gehandelt hat fand ich toll. Evie, war ein sehr mutiger Charakter, welcher überzeugend für ihr Glück, ihre Leben riskierte und gegen eine Welt von Lüge ankämpfte.  

Gavin, war auch ein sehr schöner Charakter, welcher jedoch etwas männlicher hätte auftreten können. Seine Statur wurde immer als schön, muskulös und zum dahinschmelzen beschrieben aber manchmal hätte er meiner Meinung nach, männlicher auftreten können. Aber vielleicht lag es auch einfach an Evie,  welche mehr als gut in Nahkampf und Waffenkunde ausgebildet war und daneben wohl jeder männliche Charakter blass ausgesehen hätte.

Ein Zitat möchte ich noch erwähnen, welches mich wirklich schmunzeln ließ, weil es so unglaublich surreal  war.




<<Die Gier hat die Seelen der Menschen vergiftet.
Die Oberflächenbewohner haben zerstört,
was einst wunderschön war, und es in eine schaurige
Version dessen verwandelt, was sie Frieden nennen.
Aber hier unten haben wir wahrhaftig Frieden.
Es wird weder Angst geben noch Krankheit,
Hunger, Hass oder Habgier. Wir haben uns
ein Utopia erschaffen. Und es ist wundervoll. >>
Seite 222




Da glaubt man doch tatsächlich eine Dystopie zu lesen und dann so was …



Meine Meinung:


Abschließend ist zu sagen, dass Frau Souders einen emotionalen, brutalen und tiefgängigen Jugendroman kreiert hat, welcher unbedingt gelesen werden sollte. Die Handlung reißt einen von der ersten Seite an mit und man kommt, dank des guten flüssigen Schreibstils schnell voran, um die Geheimnisse von Elysium zu erfahren.

Von mir gibt es volle fünf Röslein, da mich das Buch vollkommen überzeugt hat. Ich bin gespannt ob der zweite Teil mithalten kann, leider müssen wir auf den wohl noch eine ganze Weile warten.







Bewertung: 


 






Kommentare:

  1. Deine Begeisterung für das Buch ist deiner eingängigen Rezension wahrlich anzumerken. Sehr schön ge- und beschrieben!

    Viele Stöbergrüße,
    Kora

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  2. Wunderschöne Rezension, die wirklich Lust auf mehr macht :D
    Mal schauen, ob ich Renegade in nächster Zeit kaufen kann, denn ich habe jetzt wirklich Lust es zu lesen! :D

    Liebe Grüße
    Chianti

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